DIR Konfiguration

 

Kapitel: Schlauchlängen 

Woher stammt die DIR Konfiguration?
Herleitung der Anordnung von Atemreglern etc.

Die Konfiguration stammt aus dem Höhlen- und Wracktauchen. Getaucht wird hier üblicherweise mit einem Doppelgerät.
Aus der Tatsache, dass hier Deckenkontakt möglich ist, leiten sich einige weitere Details ab: Beim Doppelgerät sind die Handräder links und rechts angeordnet. Bei Deckenkontakt besteht die Möglichkeit, dass sich ein Ventil "zu rollt" (engl. "roll off"). Dies betrifft - wenn wir nun die Handräder und deren Dreh-Richtung genauer betrachten - das linke Ventil! Dies kann sich zu rollen, währen das rechte Ventil immer nur weiter aufgedreht wird - es bleib also stets geöffnet. Am rechten Ventil befindet sich der Haupt-Atemregler.
Auch bei Einzelflaschen findet sich heute mit dem T-Ventil eine vergleichbare Anordnung der Handräder.

Der am rechten Ventil angeschlossene Hauptregler wird mit einem "langen" Schlauch ausgestattet und ist auch der Regler, welcher im Falle einer sog. "Out of Gas"-Situation (OOG) an den Tauchpartner abgegeben würde. Dieser funktioniert sicher und versorgt bei der Gasspende den in Gas-Not geratenen Tauchpartner schnellstmöglich wieder. Darüber hinaus haben wir gerade festgestellt, dass dieser nicht vom "roll off" bedroht ist. Höhlentaucher und ggf. auch Wrack-Tauche müssen in einer OOG-Situation in der Lage sein, hintereinander unter Gasspende (mit vorantauchendem Empfänger) auszutauchen. Diese beschriebene mögliche Situation macht sehr gut verständlich, woher der lange Schlauch (engl. "Longhose") am Hauptautomaten stammt und dass dieser nicht vom "roll off betroffen sein sollte.

Der Hauptregler mit Longhose am rechten Ventil bestimmt also, wo alle anderen Schläuche konfiguriert werden! 

An unserer Konfiguration haben wir den Schlauch für das Wing aus einem ähnlichen Grund auf dem rechten Ventil angebracht, wo wir bereits den Longhose platziert haben. Das Wing ist unser Tariermittel und soll auch immer sicher funktionstüchtig bleiben. Wenn wir an einer engen Stelle vorbeikommen und den Schlauch für das Wing auf dem linken Ventil angebracht hätten, könnte das linke Ventil sich durch Deckenkontakt zudrehen und dies möchten wir nicht erst herausfinden, wenn wir nach der Engstelle in den Schlamm sinken weil wir das Wing nicht haben aufblasen können.
Allerdings sei hier auch angemerkt, dass dies nicht unbedingt passieren sollte... ein Standardverfahren sieht vor, die Ventile immer direkt zu überprüfen, nachdem sich (möglicherweise) Deckenkontakt ereignet hat. Ein weiterer Grund für den Inflatorschlauch auf der rechten Seite ergibt sich aus dem Szenario eines Vereisers am Inflatormechanismus beim Tauchen in kaltem Wasser. Wenn das passiert, kann man das Gas einfach mit der linken Hand aus dem Inflator ablassen, während das Ventil rechts mit der rechten Hand geschlossen wird. Würde man den Inflatorschlauch abkoppeln wäre das unkontrollierte Aufblasen des Wings auch gestoppt, aber das entkoppeln ist bei Vereisung nicht unbedingt einfach, zum entkoppeln des Bajonettverschlusses sind 2 Hände nötig und darüber hinaus sollte man wissen, dass sich im Inflatorschlauch ein kleines Schraderventil befindet welches bei Entkopplung normalerweise dicht abschließt.

Schauen wir uns nun unsere Redundanzen an. Neben dem Haupt-Atemregler benötigen wir noch einen Backup. Der Backup-Regler wird am linken Flaschenventil montiert und die zweite Stufe ist an einem Bungee nahe um unseren Hals platziert (→ Necklace). Wäre an der Stelle kein vollwertiger Atemregler, hätten wir keine echte und unabhängige Redundanz.
Den Schlauch für das Wing haben wir aus oben genannten Gründen am rechten Ventil positioniert - entsprechend positionieren wir den Inflatorschlauch unseres Trockentauchanzuges an das linke Ventil. Dieser entfällt, wenn wir eine separate Trockenanzugflasche verwenden. Die Verwendung einer separaten Flasche zur Befüllung des Trockentauchanzuges ist erforderlich, wenn ein heliumhaltiges Atemgas verwendet wird. Bei Kälte sollte außerdem Argon als Füllgas für den Trockentauchanzug verwendet werden, da dies - aufgrund der geringeren Wärmeleitfähigkeit als Luft - eine Auskühlung verzögert.

Das Finimeter haben wir auf der linken Ventilseite angebracht. Der Grund dafür ist einfach! Wenn wir eine Atemgasspende leisten müssen, kann es auf der rechten Seite im Weg sein. Ein weiterer Grund ist, dass beim Scootern die rechte Hand zum Scootern verwendet wird. Das Finimeter kann während der Fahrt mit der linken Hand abgenommen und der Gasverbrauch kontrolliert werden, ohne dabei anhalten zu müssen oder zu verlangsamen. Man kann über die Anzeige des Finimeters auch erkennen, ob das linke Ventil (oder die Brücke des Doppelgerätes) geschlossen ist, da sich die Anzeige bei geschlossenem Ventil nicht bewegt und der Flaschendruck nicht abnimmt. Damit haben wir eine weitere Rückfallebene!
Das Gehäuse des Finimeters sollte aus Metall sein und über eine Frontscheibe aus bruchsicherem Mineralglas oder Lexan verfügen. Gummischutzkappen, die das Fini schützen sollen, sind unnötig, da sie zwei Nachteile haben: Erstens ist bei Undichtigkeiten eine visuelle Kontrolle des Drehgelenks (Swivel) nicht möglich. Zweitens ist so eine Gummihülle eine Umhausung, in der Feuchtigkeit länger zurück bleibt, was zu Korrosion und "Gammel" führt. Das Fini wird mittels eines eingebundenen Karabiners am Hüft- D-Ring der Bebänderung (Harness) geparkt. Mit der richtigen Schlauchlänge verläuft der Finimeter an der Flasche entlang aufgeräumt nach unten zum D-Ring, ohne Schlaufen zu bilden. Die Gefahr des Verhängens bleibt damit gering. Zum Ablesen wird der Fini einfach ausgehängt. Dieser und andere Karabiner unserer Ausrüstung werden mit Schnur befestigt, um eine feste, aber immernoch schneidbare, trennbare Verbindung zu haben (siehe auch Knoten und Einbindetechnik). 

Atemregler DIR Konfiguration Doppelgerät

WICHTIG: Die hier beschriebene DIR-Konfiguration trifft einige Annahmen, die auf einen Sporttaucher nicht zwingend zutreffen - dabei ist die Erreichbarkeit und Bedienung der Ventile nur ein Thema von vielen - und so ist es für mache Taucher besser & sicherer (!) den Schlauch zum Wing- bzw. Jacket-Inflator an die linke erste Stufe zu setzen. Dadurch bleibt die Tarierfähigkeit erhalten, auch wenn z.B. der Haupt-Atemregler vereist und das rechte Ventil geschlossen wird!

... es gibt sehr viele Details, die wir gern bei einem Trainingstag oder im Essential Kurs mit Dir diskutieren und gemeinsam mit Dir für Deine Konfiguration abwägen!

Grundsätzlich lässt sich auch mit einer sehr ähnlichen Konfiguration in warmem Wasser tauchen. So kann es für ein Urlaubs-Setup mit einer ersten Stufe aussehen:

Atemregler Konfiguration Warmwasser Einzelflasche - Mono Setup

Schlauchlängen der DIR Konfiguration

Die Schlauchlängen sollen so sein, dass alle Schläuche gut verräumt sind und nichts unnötig absteht. Dabei sind die "richtigen" Schlauchlängen keine Sonderanfertigung sondern als Standardschläuche bei uns oder in anderen Tauchshops zu bekommen. Beim DIR-System sind alle Schlauchlängen für das Tauchgerät weitestgehend standardisiert. Bei üblichem Verschleiß oder im Fall einer Beschädigung ist sofort Ersatz verfügbar.
Die angegebenen Schlauchlängen passen auf die meisten aller Anwender - geschickte Schlauchführung und Anordnung / Positionierung an den ersten Stufen vorausgesetzt. Sie ermöglichen eine stromlinienförmig anliegende, schlanke und geschützte Konfiguration des Tauchgerätes und gewährleisten dass man in der Bewegungsfreiheit nicht beeinträchtigt wird.

Schlauchlängen für Taucher mit Einzelflasche (Mono) und mit Doppelgerät (Twin):

  Mono Twin
Haupt-Atemregler (Primary) 150 cm 150-210 cm
Inflator 56 cm 56 cm
Backup-Atemregler (Secondary) 56 cm 56 cm
Finimeter 62 cm 56 cm
Trocki-Inflator 74 cm 74 cm
Trocki-Inflator 
(Argonflasche am Rückengerät)
  74 cm
Trocki-Inflator 
(Argonflasche an Backplate,
nicht DIR-Stil)
  56 cm

 

2,10m misst der lange Schlauch (Longhose) des Hauptatemrelger am Setup für Doppelgeräte, sofern der Taucher diese Länge zwingend benötigt als Höhlen- oder Wracktaucher oder z.B. eine Tanklampe eingesetzt wird. An einem Monogerät im Open Water ist eine Schlauchlänge von 1,50m ausreichend und in der Handhabung komfortabler!

Der Schlauch vom Backup-Regler muss lang genug sein, dass man damit auch nach links im Wasser schauen kann. Eine Schlauchlänge von 56cm ist dafür normalerweise völlig ausreichend. Wird dieser Schlauch zu lang gewählt , fällt er über den rechten Arm und liegt dann auch in dem Bereich des rechten Brust-D-Ring am Harness im Weg.

Der Inflatorschlauch des Wings verläuft vom rechten Ventil direkt am Faltenschlauch entlang zum Inflatorblock. 

Der Schlauch zum Befüllen des Trockentauchanzuges wird von der ersten Stufe nach unten, unter Ihrer linken Achselhöhle und unter dem Schultergurt entlang, zum Einlassventil geführt. Der Schlauch, der mit dem Trockenanzug geliefert wird, ist von der Länge her normalerweise in Ordnung. Verwendet man eine Argonflasche, passt dieser ebenfalls. Einzig wenn die Tariergasflasche an der Backplate montiert ist, benötigt man einen kürzeren Schlauch mit 56 cm Länge.

Der Hochdruck-Schlauch für das Finimeter muss lang genug sein, damit man das Finimeter problemlos lösen und ablesen kann. Die Länge von 56 cm ist hier perfekt, an einem Monogerät benötigt man ein paar Zentimeter mehr.

Fragen? 

  • Kurse 
  • Kontaktiere uns für Deinen persönlichen Trainingstag!
  • Kontaktiere uns für eine unverbindliche (Online-)Beratung!

 

Medien